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DIE FÜNFSTUFIGE AUSBILDUNG

Petr Bares machte sich schon als Spieler Gedanken über das Eishockey. Über Trainingsformen, Trainingspensum und Talentförderung. Beim ERC Ingolstadt, für den er von der vierten bis in die DEL-Zeit hinein stürmte, ist er nun als Nachwuchskoordinator tätig und schiebt die Talentarbeit im Club an. Er hat ein Konzept entwickelt, mittels dessen er Spieler von Grund an fördern und auf eine Karriere im Erwachsenenalter vorbereiten will.

Die Idee, die Bares hatte, war einfach: Gute Trainer führen zu guter Arbeit. Bares zog deshalb Leute heran, von denen er sicher war, dass sie dem Projekt weiterhelfen würden - den Nachwuchs des ERC voranzubringen. Er holte darum Dmitri Kurnosow und Terry Campbell für die Kleinstschüler, Markus Hätinen für die Kleinschüler, Franz Köstner für die Knaben, Eddy Uvira für die Schüler, Richard Neubauer und Thomas Gayerhoss für die Amateure. Bares, wie die anderen ein Ex-Spieler, kümmert sich um die Schüler und die Jugend. Mittels fünf Stufen und dank der Kooperationen mit Kaufbeuren, Regensburg und Bayreuth soll Talenten der Weg zum Profisport geebnet werden.

 

STUFE EINS: DIE LAUFSCHULE

„Eishockey ist ein Sport, in dem man sich viel bewegen muss", sagt Bares. „Deshalb sollte man gleich im ganz jungen Alter den richtigen Bewegungsablauf lernen. Die Grundvoraussetzung ist das Schlittschuhlaufen - wenn du langsam bist, wirst du dich im Eishockey schwerer tun." Bogerllaufen, Antritt und Bremsung - all das lernt man in der beliebten Laufschule des ERC. Sie ist ein guter Einstiegsweg ins Eishockey. Wer dort die Automatismen verinnerlicht, kann bei den Kleinstschülern wohlgemutes zu Stufe zwei übergehen.
Von Anfang an werden die Talente im neuen ERC-Konzept ausgebildet.

 

STUFE ZWEI: DIE GRUNDAUSBILDUNG

Der Bewegungsfluss auf den Kufen sitzt? Im folgenden, zweiten Ausbildungsschritt kommen nun die Stocktechnik, Schusstraining, aber auch Aufsteh- und Koordinationsübungen mit dem Sprungseil zum Ausbildungsprogramm hinzu. Es ist das Rüstzeug für jeden Eishockeyspieler, das die Kleinst- und Kleinschüler und Knaben vermittelt bekommen. Schon in jungen Jahren zeigt sich bei einigen, dass er mit dem Schläger gut umgehen kann, sagt Bares.

 

STUFE DREI: ERWEITERTE KENNTNISSE

Von der Nachwuchsklasse „Knaben" an steht auch Zweikampfverhalten auf dem Trainingsplan. Wie verhält man sich beim Kampf um den Puck in der Kurve richtig, in welchem Winkel läuft man dort ein? Wie spielt man auf einer verkleinerten Fläche beim Zwei gegen Zwei? Diese Übungen haben gleichzeitig auch mit Timing, Taktik und dem gezielten Einsatz von Körper und Schläger zu tun.

 

STUFE VIER: DER FEINSCHLIFF

Im Schüler und Jugendalter arbeiten Trainer und Team daran, dass die Talente ihre Fähigkeiten raffinieren. Unabdingbar ist, wie schon in den Stufen zuvor, eiserne Disziplin einerseits, Begeisterung andererseits. Hier sind die Trainer gefordert. Bares hat es in seiner Spielerzeit „immer gehasst, wenn uns der Trainer von der Torlinie zur Blauen Linie und zurück geschickt hat. Wenn man aber zum Beispiel ein Zwei gegen Zwei auf der ganzen Eisfläche spielen lässt, laufen die Spieler ähnliche Distanzen in Höchstgeschwindigkeit."

„Die Spieler nehmen diese Übungen an", sagt Bares und fügt mit einem Lachen an: „In der Kabine nach dem Training hörst du kein Wort. So soll das sein. Die Spieler sind müde, weil sie viel gelaufen sind. Und warum sind sie so viel gelaufen? Weil sie gewinnen wollten. Sie haben nicht nur die Laufübung bereitwillig erledigt, sondern gleichzeitig auch noch spielerische Elemente und Taktik mitbekommen."

 

STUFE FÜNF: DIE KARRIERE BEGINNT

Nach dem Jugend-Niveau geht es für die Talente darum, den Übergang zu den Profis zu schaffen. Die Zweite Senioren-Mannschaft unter Coach Neubauer ist eine Möglichkeit, um auf Erwachsenenniveau erste Erfahrungen zu sammeln.

Übrigens: Auch mittels der Kooperationspartner EV Regensburg (Oberliga), dem EHC Bayreuth (Oberliga) und dem ESV Kaufbeuren (DEL2) und deren DNL-Mannschaften ist für einen stimmigen Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenlevel gesorgt. Die Audi Sportakademie bietet auch Talenten, die nicht direkt aus der Region stammen, die Chance, von dem Weg des ERC zu profitieren. Der Ingolstädter Weg - ein erfolgsversprechendes Konzept für die nachhaltige Nachwuchsförderung.